Wie wird Nachhaltigkeit zum integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie?

Dass die Party vorbei ist, offenbart Graeme Maxton in seinem Buch Change! Warum wir eine radikale Wende brauchen: „Unsere Erde wird ausgeplündert, die Vielfalt des Lebens schrumpft dramatisch. Wir stehen am Wendepunkt des 21. Jahrhunderts. Hier entscheidet sich unsere Zukunft. Kein Hollywood-Held wird uns retten. Wir müssen handeln. JETZT!“

Zeit, dass sich etwas tut! Eine nachhaltige Lebensweise spielt schon lange nicht mehr nur im Privatleben eine immer größer werdende Rolle. Auch auf unternehmerischer Ebene gewinnen nachhaltige Produkte und Prozesse an Bedeutung. Wie Nachhaltigkeit zum integralen Bestandteil Ihres Unternehmens wird und Sie eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln, die schützende Maßnahmen für die Umwelt beinhaltet und ein nachhaltiges Wachstum sichert, finden Sie auf den folgenden Seiten.

Graeme Maxton, der ehemalige Generalsekretär des Club of Rome, belegt seine Aussage mit beunruhigenden Fakten renommierter Wissenschaftler, Institute und Klimaexperten über den aktuellen Zustand der Biosphäre (vgl. S. 154-59 ebd.). Die 26 Indikatoren der „Great Acceleration“, der großen Beschleunigung, des IGBP (International Geosphere-Biosphere Programme) machen den gigantischen Energie- und Ressourcenverbrauch der letzten 50 Jahre deutlich. Nahezu alle verzeichnen ein exponentielles Wachstum (siehe auch the Great Acceleration – IGBP) – höchste Zeit im Unternehmen auf Nachhaltigkeit zu setzen!

Status quo: Nachhaltigkeit im Unternehmen

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird heutzutage inflationär benutzt und ist arg strapaziert. Er gilt gesellschaftlich gesehen – seit der Umweltkonferenz von Rio 1992 – als Leitbild für eine zukunftsfähige Entwicklung der Menschheit. Man könnte Nachhaltigkeit übersetzen als eine Form des Wirtschaftens, die den Bedürfnissen der heutigen Generationen gerecht wird, ohne dabei die Möglichkeiten künftiger Generationen zu begrenzen. Das heißt: Auch künftigen Generationen noch Lebensbedingungen zu hinterlassen, die ihr Überleben sicherstellt und ihre Bedürfnisse durch eine menschenwürdige Wirtschaftsweise befriedigt. Denn es gilt: Eine zeitgemäße, nachhaltige Unternehmensstrategie muss enkeltauglich und somit nachhaltig sein.

Nachhaltigkeit ist also ein Konzept, das einem natürlichen System ermöglicht, langfristig erhalten zu bleiben. Unternehmen sind aufgerufen, Nachhaltigkeit genauer zu spezifizieren und diese zu unterscheiden in eine ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit (vgl. Abb. 1: Strategische Zielsetzung für Nachhaltigkeitskonzepte im Unternehmen und deren Unterscheidungen).

Eine Strategie, die Nachhaltigkeit in ihrer Entwicklung und Umsetzung nicht berücksichtigt, hat ausgedient. Wer heute diesen existenziellen Faktor in seinem Unternehmenskonzept nicht berücksichtigt und keine nachhaltige Vorgehensweise verfolgt, wird morgen nicht mehr auf dem Markt sein.

Die Umwelt- und Klimakrise erfordern eindeutig neue grüne Geschäftsmodelle mit Problemlösungen, die wesentliche Menschheits- bzw. Umweltprobleme lösen. Dies ist die unternehmerische Chance für sogenannte Ecopreneure und Rearranger (vgl. Abb. 2: Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie – drei Typen von Unternehmen).

In unserem Gesellschaftssystem sind Wirtschaftsunternehmen am innovativsten, schnellsten und effektivsten in der Lage, die große Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zu vollziehen.

 

Nachhaltigkeit im Unternehmen Erstgespräch buchen


Nachhaltigkeitsstrategie für Unternehmen

Bei der Entwicklung einer Strategie darf es heute aber nicht mehr so sein, dass man „Ökologie“ im Nachhinein „oben aufsattelt“ und weitestgehend isoliert zu den Kernprozessen des Unternehmens betrachtet. Da entsteht nur Flickwerk. Vielmehr ist im Prozess sicherzustellen, dass Nachhaltigkeit integral im unternehmerischen Zielsystem – in den Produkten, Prozessen, dem Kundennutzen und in der gesamten Organisation – Eingang findet.

Unterscheidungen

Nachhaltigkeit in der Unternehmenszielsetzung
Zielsetzung strategischHauptaufgabe
wirtschaftliche/finanzielle Nachhaltigkeitdauerhaften Kundennutzen schaffen; bester Problemlöser seiner Zielgruppe seinunverwechselbare Alleinstellungsmerkmale realisieren
ökologische NachhaltigkeitSicherstellung der natürlichen ExistenzgrundlagenUmweltneutralität herstellen
soziale NachhaltigkeitStärkung des sozialen Miteinanders„soziales Betriebssystem“ mit den Mitarbeitenden etablieren
Abb. 1: Strategische Zielsetzung für Nachhaltigkeitskonzepte im Unternehmen und deren Unterscheidungen

Gehen Geld und Gewissen zusammen?

In einer Schweizer Studie (vgl. Die grüne Hoffnung, Harvard Business Manager 06/2016) wurde untersucht, inwieweit ökologisch-soziales Gewissen und Geld zusammen funktionieren. Dazu wurde eine quantitative Umfrage mit 88 Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen durchgeführt. Zudem wurden qualitative Fallstudien und konkrete Best Practices untersucht. Das Ergebnis macht Hoffnung:

Unternehmen, die eine verantwortungsvolle strategische Optimierung laufender Prozesse mit einer an gesellschaftlichen und ökologischen Werten geknüpfte Erneuerung der eigenen Geschäftsfelder verbinden, konnten eine durchschnittlich ca. 11% höhere Wettbewerbsstärke erzielen.

Unternehmen profitieren auch von einer verantwortungsvollen Strategiearbeit, wenn diese anschließend zu besonderen Optimierungs- oder Erneuerungsaktivitäten im „grünen Bereich“ führt. Sie sendet ein starkes Zeichen an verschiedene Gruppen, auch an staatliche Stellen. Auch Kunden honorieren zunehmend die Übernahme gesellschaftlicher und umweltbewusster Verantwortung durch Unternehmen, auch wenn sie nicht immer bereit sind, dafür höhere Preise zu zahlen. Alle diese Erkenntnisse sprechen eindeutig für den Nutzen nachhaltiger Unternehmenskonzepte.

Nachhaltigkeit im Unternehmen als zukunftsweisender Erfolgsfaktor

Die Konsumenten in den westlichen Industrienationen fordern mehr und mehr umweltbewusste und soziale Standards ein. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber früher oder später standardisierte Ökobilanzen für die produzierten Produkte eines Unternehmens fordern wird. Umweltschädigendes Produzieren und Verhalten wird dann besteuert werden.

Spätestens dann werden diejenigen Unternehmen die Gewinner sein, die rechtzeitig eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt haben.


Nachhaltige Unternehmensführung als Alleinstellungsmerkmal

Nach meiner Erfahrung funktioniert es kaum, wenn ökologische und nachhaltige Kriterien nachträglich in das bestehende Konzept ergänzt werden. Vielmehr müssen die Abläufe und Verfahren eines Unternehmens bei der Strategieentwicklung bereits ganzheitlich und integral gedacht und entwickelt werden. Nachhaltigkeit benötigt als Grundlage ein entsprechendes Denken und Handeln der Mitarbeiter sowie einen Kulturwandel, damit die notwendigen Verhaltensänderungen überhaupt eine Chance haben.

Nachhaltige Konzepte scheitern häufig an der Sorge, dass die bestehende Zielgruppe die nachhaltigen Maßnahmen des Unternehmens nicht honoriert. Diese Sorge ist durchaus berechtigt. Als in den neunziger Jahren Umweltmanagementsysteme Trend waren, bestand anfangs die Hoffnung, dass bereits durch eine Zertifizierung nach Ökoauditverordnung oder nach dem Umweltmanagementsystem ISO 14.001 automatisch mehr Nachfrage entstünde. Leider geschah dies in den wenigsten Fällen.

Nachhaltige Produkte und Prozesse müssen nach meinem Strategieverständnis immer noch ein wichtiges oder brennendes Problem bzw. Bedürfnis der Zielgruppe befriedigen – aber künftig eben nachhaltig und idealerweise umweltneutral produziert und vermarktet werden. Sonst besteht die Gefahr der Austauschbarkeit und des Verlustes von zuvor vorhandenen Alleinstellungsmerkmalen. Die Positionierung und die Alleinstellungsmerkmale nachhaltiger Produkte und Leistungen müssen bei den Zielgruppen einen zusätzlichen Sog auslösen.

Ein Aberglaube ist es, dass nachhaltige Prozesse automatisch teurer sind als konventionelle. Abgesehen davon, dass herkömmliche Produkte häufig die Ressourcen der Umwelt (wie Luft, Boden, Wasser) nahezu kostenlos nutzen können, geht es bei nachhaltigen Unternehmenskonzepten darum, die Ressourceneffizienz durch intelligente Innovationen, um ein Vielfaches zu erhöhen (vgl. Ernst Ulrich von Weizäcker, Faktor 5 – Die Formel für nachhaltiges Wachstum).

Ideal wäre es, wenn ein Unternehmen ein ökologisches und soziales Grundbedürfnis nachhaltig besser bedienen würde als auf konventionelle Weise, und zwar mit einem ökonomisch nachhaltigen Geschäftsmodell. Nur so können brennende Menschheitsprobleme besser, intelligenter, innovativer und bedarfsorientierter befriedigt werden als mit vergleichbaren konventionellen Produkten auf dem Markt.

Wachsen um jeden Preis oder nachhaltiges Wachstum als unternehmerische Chance

Wir müssen Wachstum künftig als qualitative Veränderung verstehen. Jahresringe im Holz sind der schönste Beweis für Wachstum. Wachstum gibt es, seit es Leben gibt, und der Tod ist der Beginn neuen Lebens. Der Mensch allerdings scheint sich mit seinen Technologien zu Tode zu wachsen. Bäume tun das z.B. nicht, sie wachsen zum Himmel, aber nicht in den Himmel. Sie haben offensichtlich eine „systemerhaltende“ Kombination von begrenztem quantitativem und qualitativem Wachstume gefunden.

Daraus sollten wir lernen und ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategien für Unternehmen entwickeln und so nachhaltiges Wachstum anstreben. Denn begrenztes Mengenwachstum, kombiniert mit unbegrenztem Qualitätswachstum (Kreativität), gehört zur Erfolgsstrategie der Natur. Immer mehr funktioniert auf Zeit nicht. Immer besser, geht allerdings immer.

OWA – geschlossener Stoffkreislauf als Alleinstellungsmerkmal

Ein Beispiel für eine gelungene Nachhaltigkeitsstrategie im Bereich der Produktion ist die OWA in Amorbach. Bereits seit 1964 gestaltet OWA innovative und nachhaltige Deckensysteme für Gebäude im Bereich Bildung, Verwaltung, Freizeit & Sport, Einzelhandel, Hotel & Gastro, Gesundheit sowie Fertigung & Produktion.

Das Ziel des Unternehmens ist es, höchste Ansprüche an modernes Design und Qualität für optimale Raumakustik, Brandschutz, Hygiene, Feuchtebeständigkeit und Luftreinheit zu stellen.

In puncto Nachhaltigkeit zur Entwicklung eines geschlossenen Stoffkreislaufes wurde mit „green circle“ ein Meilenstein erreicht. Alle OWA-Deckenplatten ab dem 01.10.1997 sind zu 100% recyclebar. Ein geschlossener Produktionskreislauf konnte geschaffen und damit die Einsparung künftiger Rohstoffressourcen auf den Weg gebracht werden.

Grenzen der klassischen Strategieentwicklung

Warum scheitert heute die klassische Vorgehensweise in der Strategieentwicklung in puncto Nachhaltigkeit? Für eine funktionierendes Konzept müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • Funktionierende Nachhaltigkeit in einem Unternehmen benötigt einen Kulturwandel.
  • Das Denken, Handeln und Verhalten der Mitarbeitenden erfordert einen persönlichen Bewusstseins- und „inneren Wandlungsprozess“.
  • „Ökologische Nachhaltigkeit“ darf nicht, wie häufig praktiziert, als „Funktionsstrategie“ betrachtet werden, sondern als integraler Faktor, der von Anfang an in den Produkten und Prozessen ganzheitlich einfließt.
  • Der Glaube der klassischen Strategielehre an die Notwendigkeit einer Kapitalmaximierung muss zugunsten der Nutzenmaximierung für die Zielgruppe für die Mit- und Umwelt aufgegeben werden.
  • Man bleibt glaubwürdig und betreibt kein Greenwashing aus Angst vor Verlust der angestammten Zielgruppe. Durch die nachhaltige Ausrichtung erhöht man die Attraktivität für bewusste Zielgruppen.

Eine nachhaltiges Unternehmenskonzept gelingt, wenn der Strategieprozess ganzheitlich konzipiert wird. Die Mitarbeitenden werden mit ihrem ganzen Sein, mit Kopf, Herz und Hand in eine nachhaltige Zukunft mitgenommen.


Ecopreneure und Rearranger – Zielsetzung von Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie

Die Bedeutung von Nachhaltigkeitszielen im Unternehmen hängen stark vom „Unternehmenstypus“ ab. So haben die Eco-Pioneers, Ecopreneure und die Rearranger unterschiedliche Antriebe und Zielsetzungen.

Unternehmens-
typus Nachhaltigkeit
Antrieb/MindsetZielsetzungHauptaufgabe
1. Eco-Pioneers
Umwelt-/Bio-Pionierunternehmen der ersten Stunde
im Einklang mit der Natur wirtschaftenÖkologie als elementarer Unternehmenszweckwirtschaftlich nachhaltiges Geschäftsmodell etablieren;
sich als Öko-Pionier spezialisieren, um überlebensfähig zu bleiben
2. Ecopreneure
Start-ups der letzten 10 Jahre: Nachhaltigkeit als neuer Antrieb
Nachhaltigkeit als zukunftsfähiges GeschäftsmodellNachhaltigkeit im gesamten Unternehmen und allen Prozessen zur eigenen Kernkompetenz machenzentrale Menschheits- und Umweltprobleme mit einem innovativen Geschäftsmodell lösen
3. Rearranger
Mainstream-Unternehmen, die dem Trend folgen müssen/wollen (Follower)
wirtschaftliche Überlebensfähigkeit sichern und nicht den Trend Nachhaltigkeit verpassenNachhaltigkeit erlernen und im Geschäftsmodell und der Strategie sukzessive verankernKulturtransformation: Belegschaft sowie Nachhaltigkeit ganzheitlich begreifen lernen und realisieren
Abb. 2: Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie – drei Typen von Unternehmen

Der Weg: Integration von Nachhaltigkeit ins Unternehmen

Die Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie ergibt sich aus der Tatsache, dass ein Unternehmen Teil der Gesellschaft ist und den Anforderungen der Kunden und der Stakeholder gerecht werden muss, um existenzfähig zu bleiben. Abb. 3 zeigt die komplexen ökonomischen, ökologischen und sozialen Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungskette. Eine ganzheitliche und nachhaltige Vorgehensweise muss den gesamten Wertschöpfungsprozess von A nach B – von den Rohwaren zum fertigen Produkt – abbilden.

Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie
Abb. 3: Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie

Ein Unternehmen kann eine Vielzahl von Zielen verfolgen. Aus Sicht der Kräftekonzentration macht es Sinn, sich auf wenige, aber entscheidende Ziele zu fokussieren. Unternehmen haben häufig deshalb einen so schlechten „Wirkungsgrad“, weil diese zu viele Ziele gleichzeitig erreichen wollen und sich so verzetteln.

Aus meiner langjährigen Erfahrung heraus habe ich als grobe Orientierung die jeweiligen TOP 3 Ziele aus der Triade (ökonomische, ökologische und soziale Ziele) einer integralen Nachhaltigkeitsstrategie ermittelt:

Triade einer integralen Nachhaltigkeitsstrategie
Abb. 4: Die Triade einer integralen Nachhaltigkeitsstrategie

Die jeweiligen TOP 3 Ziele sind miteinander vernetzt. Daher können umweltbewusste und soziale Nachhaltigkeitsziele nur erreicht werden, wenn gleichzeitig auch die ökonomischen Ziele eins funktionierenden Konzepts erreicht werden.

Mehr als C0-2-Neutralität: Umweltneutralität als Ziel einer Nachhaltigkeitsstrategie am Beispiel von dm

Ein kleiner Exkurs: dm hat kürzlich eine neue Produktlinie pro climate vorgestellt, die in ihrem ganzen Herstellungs- und Distributionsprozess sogar umweltneutral sein soll. Doch wie geht das? Bei klimaneutralen Produkten wird nur der CO2-Ausstoß ausgeglichen – bei den umweltneutralen von dm noch vier weitere Umweltauswirkungen: die Versauerung, der Sommersmog, die Eutrophierung und der Ozonabbau. Umweltneutrale Produkte kompensieren die Herstellungs- und Entsorgungsphase inklusive der Rohstoffgewinnung. Dies führte zu einem minimalen ökologischen Fußabdruck. Für ein ganzheitliches und nachhaltiges Unternehmen sollte die Minimierung des ökologischen Fußabdrucks eine zentrale Zielgröße sein.

Erst Reduktion, dann Kompensation

Umweltneutralität erreicht dm mit der pro climate-Reihe nicht erst nach der Kompensation. Schon auf dem Produktlebensweg selbst werden die Umweltauswirkungen so weit wie möglich reduziert. Danach berechnen Wissenschaftler der TU Berlin nach Standards des Umweltbundesamtes die Umweltkosten für die folgenden fünf der nicht vermeidbaren Umweltauswirkungen. Diese Kosten investiert dm dann ohne Abzüge in Projekte von HeimatErbe.

Die folgenden Umweltauswirkungen werden – soweit sie nicht vermeidbar sind – kompensiert:

  1. Treibhauseffekt

Die Erhöhung der in der Atmosphäre vorkommenden Treibhausgase wird bspw. durch fossile Brennstoffe, das Abholzen von Regenwäldern oder die Viehzucht verursacht. Der Treibhauseffekt wird verstärkt, die Temperatur auf der Erde steigt an. Der Treibhauseffekt gilt als eine der großen globalen Herausforderungen unserer Zeit mit negativen Auswirkungen auf Menschen und Ökosysteme.

  1. Versauerung

Durch Versauerung der Substanzen, wie z.B. Schwefeldioxid im Niederschlag, reduzierte sich der PH-Wert im Boden und im Wasser. Das kann Folgen für den Wald und andere Ökosysteme haben, weil dadurch z.B. die Biodiversität abnimmt.

  1. Sommersmog

Man spricht von Sommersmog, wenn Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und die UV-Strahlung der Sonne in Bodennähe aufeinandertreffen. Das gesundheitsschädliche Ozon entsteht z.B. durch die Emissionen von Autos, Industrie und Privathaushalten. Im Sommer kann sich die Ozonkonzentration durch die vermehrte UV-Strahlung schnell erhöhen und Pflanzen, Tiere und Menschen schädigen.

  1. Eutrophierung

Als Eutrophierung bezeichnet man die Anreicherung der Gewässer mit Nährstoffen. Wenn z.B. Nitrat und Phosphor in ursprünglich nährstoffarme Seen oder Flüsse gelangen, wachsen alle Wasserpflanzen schneller und entziehen so anderen Pflanzen oder Tieren die Lebensgrundlage.

  1. Ozonabbau

Der Begriff bezeichnet die Abnahme der stratosphärischen Ozonschicht. Der Abbau des Ozons wird u.a. durch künstlich hergestellte, gasförmige Stoffe (z.B. FCKW) verursacht. Die Folge: Die Ozonschicht schützt uns nicht mehr vor UV-B- und UV-C-Strahlung. Vermehrte UV-B-Strahlung kann bei Menschen zu Hautschäden führen.


Wie erfolgt die Kompensation?

HeimatErbe erwirbt Landflächen in Deutschland, die durch Industrie oder Bergbau aus dem ökologischen Gleichgewicht geraten sind. Diese Flächen werden zu wertvollen Biotopen umgestaltet. Biologen, Ökologen, Landschaftsplaner, Forstingenieure und Geologen werden als Naturschutzexperten einbezogen, um die Klimafolgen, den Schutz der Biodiversität sowie den Erhalt der menschlichen Gesundheit zu ermöglichen.

Funktionierendes Wirksystem einer ganzheitlichen und nachhaltigen Strategie

Strategie ist ein ganzheitliches Gesamtkonzept, um eine dauerhaft einzigartige Marktposition zu erschaffen und halten. Es handelt sich um die Art und Weise, wie man sich innerhalb einer Branche positioniert und wie man seine Ressourcen einsetzt, um folgende fundamentale Ziele zu erreichen:

  1. Existenzsicherung auf lange Sicht (über Generationen hinaus),
  2. einzigartiger „Problemlöser/Anbieter“ für eine klar umrissene, ideale Zielgruppe zu sein, die zum Unternehmen passt,
  3. Marktführer in seinem Geschäft zu sein,
  4. eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen,
  5. „Abenteuerspielplatz“ (ideales Entwicklungsumfeld) für alle Mitarbeitende im Unternehmen zu sein, damit diese ihre Potenziale zur Entfaltung bringen können,
  6. die ökologische, soziale und finanzielle Nachhaltigkeit sicherzustellen.

Diese Ziele können nur durch ein ausgewogenes Verhältnis von finanzieller, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit erreicht werden.

Ausgangspunkt ist also immer die Frage: Wie können wir einzigartig sein? Dazu wurde von Dr. Rudolf Mann das Grundmodell einer ganzheitlichen Strategie entwickelt. Es ist von mir nach intensiver Auseinandersetzung mit den tieferen Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 sowie den aktuellen Umweltherausforderungen (Klimaerwärmung, drastische CO2-Reduktion, Lösung der Energiefrage etc.) um den Wirkfaktor „Umwelt-/Systemnutzen“ erweitert worden und heißt EVO-Strategie© (Abb. 6: Wirksystem einer ganzheitlichen und nachhaltigen Unternehmensstrategie). Darüber hinaus wurden die dahinterliegenden Strategiemethoden, -werkzeuge und -arbeitsschritte von mir verfeinert und optimiert.

 

Erarbeitung des Zielsystems

Der erste Schritt ist, sich Klarheit über das unternehmerische Zielsystem unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu verschaffen. Die konkreten Inhalte werden dann aus dem folgenden Strategieprozess gewonnen und regelmäßig aktualisiert.

Abbildung 5 zeigt in Analogie zum Zielsystem der MEWES-Strategie eine auf den Kopf gestellte Zielpyramide. Diese stammt aus meinem ganzheitlichen Strategiesystem „Erfolg durch Einzigartigkeit“. Wie bei jeder funktionierenden Strategie bleibt das wichtigste Ziel, dass brennendste Problem der Zielgruppe besser zu lösen als die Mitbewerber – jetzt allerdings mit nachhaltigen Produkten und Abläufen. Die Pyramide mit der Spitze nach unten verdeutlicht, dass die oberen Zielebenen eben genau diese Ausrichtung auf den Kundennutzen nicht verlieren dürfen.

Zielsystem des Unternehmens

Abb. 5: Zielsystem des Unternehmens

Entwicklung einer nachhaltigen Unternehmensstrategie

Der zweite Schritt ist die Entwicklung eines nachhaltigen und ganzheitlichen Vorgehens (vgl. Abb. 6).

Diese basiert auf einem Wirksystem von den sechs fundamentalen Wirkfaktoren, die bei der Entwicklung und Umsetzung einer kybernetischen Vorgehensweise entscheidend sind.
Wirksystem einer nachhaltigen Unternehmensstrategie

Abb. 6: Wirksystem einer ganzheitlichen und nachhaltigen Unternehmensstrategie

(EVO-Strategie-Methode©)

Zur Entwicklung eines nachhaltigen und ganzheitlichen Unternehmenskonzepts werden – vereinfacht gesagt – die vernetzten Wirkfaktoren (vgl. Abb. 6) mit erkenntnisfördernden Methoden und Techniken gemeinsam im Führungsteam analysiert, entwickelt, abschließend definiert sowie sukzessive zu einem strategischen Gesamtkonzept zusammengeführt. Hinter jedem Wirkfaktor stehen eine Reihe von Tools und Arbeitsschritten.

Dabei ist Nachhaltigkeit in den Produkten, Problemlösungen und Abläufen bereits gesamthaft mitzudenken. Hinter jeden der 6 Wirkfaktoren stehen konkrete Arbeitsschritte, die es zu bearbeiten gilt. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass dieses aufs Wesentliche reduzierte System den komplizierten linearen Strategiemodellen deutlich überlegen ist. Durch die Vernetzung sowie das emotional-intellektuelle Ringen um die besten und stimmigsten Lösungen, entsteht bei den Beteiligten nach und nach die innere Sicherheit, mit dem Konzept auf dem richtigen Weg zu sein.

Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, sie mit „Kopf, Herz und Hand“ (Pestalozzi) umzusetzen. Tatsächlich werden in einem derartigen Prozess bereits die ersten Umsetzungserfolge durch Lösung des strategischen Engpasses gefeiert. Der sich daraus ergebende Umsetzungsfahrplan ist damit bereits auf den Weg gebracht und Nachhaltigkeit von Anfang an in der Unternehmensstrategie mitberücksichtigt.

Nachhaltigkeit im Unternehmen Strategie Termin buchen

Der Nutzen dieses Vorgehens ist:

  • Das Ergebnis ist eine banken- und investorentaugliches Strategiekonzept für die nächsten 5 bis 10 Jahre.
  • Es entsteht ein starker Teamgeist, der für die Umsetzung enorm wichtig ist.
  • Ein gemeinsamer Lernprozess wird initiiert, die erarbeiteten Ergebnisse werden immer wieder intellektuell als auch emotional abgeprüft. Dadurch entsteht eine echte Identifikation mit den Ergebnissen. Alle ziehen am gleichen Strang!
  • Das Vorgehen ist Ursachen- statt Symptom-orientiert. Alle Sinne – Kopf, Herz und Hand – werden integral einbezogen.
  • Dadurch gelingt es, den operativen sowie den strategischen Engpass zu lösen. Das führt zur Konzentration der Kräfte im Unternehmen und verhindert Verzettelung.
  • Alle Instrumente und Werkzeuge basieren auf einem soliden betriebswirtschaftlichen Fundament. Das Strategieergebnis wird über die Finanzplanung verifiziert.
  • Der Prozess ist hochkonzentriert, effektiv und macht Spaß. Er ist ein „geistig-emotionales Fitnessprogramm“ für die gesamte Organisation.
  • Am Ende erhalten Sie eine Strategie, die 100%ig greift und mit Leidenschaft umgesetzt wird.

Im Folgenden sind diese Wirkfaktoren unter dem Aspekt Nachhaltigkeit zum besseren Verständnis kurz erläutert.

  • Potentiale des Unternehmens
    Dahinter verbergen sich alle brachliegenden und nutzbaren Möglichkeiten – auch die neuer, nachhaltigerer Produkte – und die einzigartigen Fähigkeiten, die allein in den Mitarbeitenden begründet sind. Anlagen, Maschinen, neue Märkte etc. können kein wirksames Potential entfalten. Letztlich sind es nur die Menschen und ihre Leistungsbereitschaft, die nachhaltigen Gewinn verursachen sowie Nachhaltigkeit in ihrem Denken und Handeln verankern (vgl. Abb. Zielsystem des Unternehmens).
  • Ziele
    Vision, Mission, qualitative und quantitative Ziele, die täglich begeisternd wirken wie ein Brennglas, das die Kräfte bündelt. Alle marschieren in die gleiche Richtung. So entsteht die Zugkraft, den Kundennutzen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu maximieren.
  • Kundennutzen
    Kundennutzen heißt, bestimmte Probleme und Bedürfnisse der Kunden nachhaltig besser zu lösen als der Wettbewerb. Das bedeutet: Nicht Kosten- und Gewinnsteuerung ist die Quelle von nachhaltigem Gewinn, sondern stets die bessere Problemlösung, der höhere Kunden- und Umweltnutzen im Kontext einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.
  • Führung
    Führung bedeutet Orientierung geben und Vorbild sein. Ein Führungsverhalten, das die sensiblen Humanenergien in den Mittelpunkt stellt, setzt die kreativen Kräfte der Mitarbeiter frei. Es ebnet den Weg zur gelebten Einzigartigkeit im Markt. Für jeden ist es eine Freude, dabei zu sein. Mit der Interpretation von Nachhaltigkeit in das Führungssystem werden elementare Mitarbeiterbedürfnisse befriedigt.
  • Umwelt-/Systemnutzen 
    Hier geht es darum, Regelkreissysteme zu schaffen, die die ökologische, soziale und finanzielle Nachhaltigkeit sicherstellen. Nachhaltigkeit ist die zentrale Herausforderung der Wirtschaft für die kommenden Jahrzehnte. Ein Unternehmen, das sich diesem Anspruch nicht aktiv stellt, wird früher oder später von der Bildfläche verschwinden.
  • Engpass 
    Erfahrungsgemäß ist das engpassorientierte Vorgehen eines der wirksamsten Prinzipien zur Umsetzung einer Strategie. Insbesondere geht es in regelmäßigen Abständen darum, den operativen und strategischen Engpass zu lokalisieren und zu beseitigen sowie Nachhaltigkeit mitzudenken. Der strategische Engpass bewirkt, dass ein Unternehmen auf der Stelle tritt und in Existenzschwierigkeiten gerät. Es ist die mentale Blockade zwischen Wollen und Können. Jedes Unternehmen hat zu jedem Zeitpunkt einen derartigen Engpass, der die weitere Entwicklung am stärksten bremst. Dieser muss durch eine konzentrierte Anstrengung gelöst werden. Andernfalls droht die Gefahr des Verzettelns und der Wettbewerbsunfähigkeit.

Dieses kybernetisch-vernetzte Strategiesystem mit seinen 6 Wirkfaktoren kann das Thema Nachhaltigkeit gesamthaft und ganzheitlich in ein Unternehmen verankern.

Vorgehensweise für Rearranger bzw. Mainstream-Unternehmen

Für Rearranger oder Mainstream-Unternehmen, die aktuell die Chance haben von den Eco-Pioneers und Ecopreneuren zu lernen und sich über einen Kulturwandel zu einem „grünen Hidden Champion“ zu entwickeln, ist das im Folgenden skizzierte stufenweise Vorgehen eine konkrete Handlungsanleitung, die sich aus der Gesamtstrategie des Unternehmens ableiten lässt.
Stufe 1: Vision und Strategie
Die erste Stufe umfasst das Entwickeln einer Vision und Strategie für eine finanzielle, umweltbewusste und soziale Nachhaltigkeit. Ziel ist es Rahmen und Masterplan zu schaffen für eine Alleinstellung mit nachhaltigen Leistungen. Mit dem Strategieprozess zusammen erfolgt eine Kulturtransformation der Belegschaft, um Nachhaltigkeit ganzheitlich zu begreifen und sukzessive in die Realität zu bringen.
Stufe 2: Umweltstandards einhalten oder übertreffen
Danach gilt es Innovationen in Gang zu bringen. D.h. anerkannte Umweltstandards zu nutzen, um das Unternehmen und seine Partner dazu zu gewinnen, mit nachhaltigen Materialien, Prozessen und Technologien die Umweltbelastungen der Betriebstätigkeit kontinuierlich zu verbessern. Das ist heute zwar bereits anerkannte Realität, jedoch eher im Sinne einer „Reparaturmentalität“.
Stufe 3: Betriebliche Wertschöpfungskette nachhaltig auszurichten
Die betriebliche Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt (oder der Idee bis zum fertigen Dienstleistungsprodukt) muss nachhaltig ausgerichtet werden. Ziel ist es dabei, die gesamte Zulieferkette – von der Wiege bis zur Bahre – zukunftsfähig zu machen (ökologisch, sozial und wirtschaftlich), systematische Emissionsvermeidung/-verminderung zu betreiben und gesamthaft Produktverantwortung zu übernehmen. Das ist der Ansatz, Stoffkreisläufe systematisch zu schließen hin zu einem Kreislaufwirtschaftssystem.
Stufe 4: Umweltgerecht entwickeln und überzeugend vermarkten
Es benötigt überzeugende umweltgerechte Verfahren, Produkte und Dienstleistungen, um weg vom „Reparaturbetrieb“ und hin zur aktiven Entwicklung eines umweltgerechten Angebotsprogramms von Produkten und Dienstleistungen für eine klar umrissene Zielgruppe zu kommen. Leitbild sind hier die Bionik bzw. die Prozesse lebender Systeme. Strategisches Ziel ist es, über Skaleneffekte (kybernetische Kalkulation) sogar noch kostengünstiger zu produzieren als bei konventioneller Produktion. Exemplarisches Beispiel: dieUmweltdruckerei, die u.a. klimaneutral arbeitet und nur 100% Recyclingpapiere anbietet.
Stufe 5: Innovative ökologische und ganzheitliche Geschäftsmodelle kreieren
Stufe 5 beinhaltet die Neudefinition des bisherigen Geschäftes. Innovative naturbewusste und ganzheitliche Geschäftsmodelle müssen kreiert und umsetzt werden. Dazu braucht es Prozessmusterwechsel im Denken und Handeln für nachhaltiges Wirtschaften sowie Fantasie, die Möglichkeiten der Digitalisierung für energie- und rohstoffeffiziente Geschäftsprozesse konsequent zu nutzen. D.h. neue Prinzipien, Methoden und Techniken anwenden, um die Wertschöpfungskette völlig neu zum Nutzen der Kunden hin zu verändern und zu gestalten (z.B. stationären Handel mit digitalem verbinden etc.). Weiterhin das Unternehmen als ganzheitlichen, lebenden Organismus zu begreifen, der mit einem ökologischen Geschäftsmodell sein eigenes Überleben sichert.
Stufe 6: Neue Märkte mit nachhaltigen und besseren Problemlösungen schaffen
Ziel ist es hier, wegzukommen vom alten Denken, unbedingt Produktionsmittelbesitzer sein zu müssen. Produktionskapazitäten sind global gesehen meistens sowieso kein Engpass. Es geht darum, zum Zielgruppenbesitzer für bessere nachhaltige Kundenlösungen und Dezentralisierung zu werden. Es geht um die radikale Veränderung von Abläufen, Produkten und Problemlösungen hin zu einer maximalen Energie- und Ressourceneffizienz, z.B. durch Eliminierung von Umweltressourcen, die man nicht mehr braucht. Auch digitale Plattformkonzepte können hier ein probates Mittel sein.

Das ist die höchste Form der strategischen Veränderung hin zu einer nachhaltigen Vorgehensweise, die die Logik des konventionellen Wirtschaftens mit dem Paradigma der Nachhaltigkeit transformiert und z.B. auch moderne, digitale Plattformstrategien dafür nutzt (vgl. StrategieForum).
Nachhaltige Unternehmensstrategie im Unternehmen


Fazit: Unternehmensstrategie und Nachhaltigkeit

Es werden die Unternehmen zu den Gewinnern der Zukunft gehören, die jetzt mutig handeln und Nachhaltigkeit integral und systemimmanent in ihr Vorgehen einbauen, um die Ressourcen unserer Erde zu schonen. Insbesondere die Stufen 5 und 6 bieten einmalige Chancen, lang andauernde Alleinstellungsmerkmale zu schaffen.

Nachhaltigkeit langfristig und dauerhaft in ein Unternehmen zu verankern ist kein leichtes Unterfangen. Es funktioniert nicht, Nachhaltigkeit beim bestehenden Geschäftsmodell einfach „aufzusatteln“ bzw. als Funktionsstrategie zu betrachten, analog einer Personalstrategie.

Das ideale Vorgehen: Nachhaltigkeit benötigt einen Kulturwandel im Unternehmen. Nachhaltigkeit muss von vornherein in den Prozessen und Produkten eines Unternehmens integral mitentwickelt und über messbare Nachhaltigkeitsindikatoren realisiert werden.

Gleichzeitig möchte ich Mut machen, mit der Entwicklung einer nachhaltigen Vorgehensweise zu beginnen, auch wenn Sie mit ihrem bisherigen Konzept noch gute Ergebnisse erzielen. Der Weg zum nachhaltigen und ganzheitlichen Unternehmen ist ein mehrjähriger Transformationsprozess.

Nachhaltigkeit ist eine Riesenchance gerade für etablierte Unternehmen, den Rearrangern bzw. Mainstream-Unternehmen. Es gibt genügend Vorbilder, Ökopioniere und Ecopreneure, die gezeigt haben, dass man sich einen eigenen Markt schaffen kann. Rearranger oder Mainstream-Unternehmen können die Erfahrungen mitnehmen. Vorausgesetzt, ihnen gelingt die Kulturveränderung, um zu den neuen, grünen Hidden-Champions – made in Germany – des 21. Jahrhunderts aufsteigen.

„Ich suche nicht – ich finde. Suchen, das ist Ausgehen von alten Beständen und das Finden-Wollen von bereits Bekanntem. Finden, das ist das völlig Neue.“ (Pablo Picasso)

In diesem Sinne:

Finden Sie Ihre individuelle und einzigartige Nachhaltigkeitsstrategie für Ihr Unternehmen!

Quellenangaben

  • Die grüne Hoffnung, Harvard Business Manager 06/2016
  • Change – Warum wir eine radikale Wende brauchen, Graeme Maxton, Verlag Komplett-Media GmbH 2018
  • Ernst Ulrich von Weizäcker, Faktor 5 – Die Formel für nachhaltiges Wachstum)
  • Das ganzheitliche Unternehmen“, Rudolf Mann,“, Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart, 1995
  • „EINE GLOBALE PROGNOSE FÜR DIE NÄCHSTEN 40 JAHRE 2052“, Jorgen Randers
  • Der neue Bericht an den Club of Rome 40 Jahre nach „Die Grenzen des Wachstums“ 2012, 2. Auflage München 2013, oekom Verlag München
  • „Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement“, Annett Baumast/Jens Pape (Hrsg.), 2013 Eugen Ulmer KG
  • Der blaue Ozean als Strategie“ – Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt, W.Chan Kim/Renée Mauborgne, Carl Hanser Verlag, München, 2005
  • Plattformökonomie als Game-Changer – Wie digitale Plattformen unsere Wirtschaft verändern. Prof. Nils Herda u.a., StrategieJournal 03/2018, Bundesverband Strategie Forum
  • Pro Climate – Umweltneutrale Produkte von dm : https://www.dm.de/tipps-und-trends/nachhaltigkeit/nachhaltigere-produktalternativen/klima-initiative/pro-climate
  • The great acceleration: http://www.igbp.net/globalchange/greatacceleration.4.1b8ae20512db692f2a680001630.html
  • Roland E. Schön, Strategieumsetzung im Mittelstand – Kritische Erfolgsfaktoren aus ganzheitlicher Sicht, Veröffentlichung in der Excellence Edition (Speakers Excellence/Jünger Verlag)
  • Roland E. Schön/Jürgen Theobald, Erfolgsfaktoren strategischer Veränderung – Veröffentlichung im StrategieJournal 03/2018

Roland E. Schön, 30.07.2021