Interview zum Thema Nachhaltigkeit

Packaging Journal(Auszug)

Herr Schön, welchen Stellenwert nimmt der Aspekt „Nachhaltigkeit" in einer modernen Unternehmensstrategie ein?

Angesichts der globalen Umwelt Probleme muss eine moderne Unternehmensstrategie die ökologische, soziale und finanzielle Nachhaltigkeit integral berücksichtigen. Alle Tätigkeiten des Unternehmens müssen sich daran messen lassen, ob sie der Umwelt im ganzheitlichen Sinne förderlich sind oder die natürlichen Lebensgrundlagen beeinträchtigen. Ich habe dazu in meinem Strategiesystem „Unternehmenserfolg durch Einzigartigkeit" den sogenannten sechsten Wirkfaktor „Umwelt- und Systemnutzen" nach der Finanzkrise 2008 explizit mit aufgenommen. Dieses Vorgehen hat den Namen „Ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie (GNS)" erhalten.

Lassen Sie mich dies kurz erklären: zur Entwicklung einer Strategie werden - vereinfacht gesagt - die vernetzten Wirkfaktoren mit den entsprechenden Strategietools und Arbeitsschritten gemeinsam in Führungsteam analysiert, entwickelt und sukzessive zu einem strategischen Gesamtkonzept zusammengeführt. Durch die kybernetische Vernetzung sowie das emotionale Ringen um die besten Lösungen entsteht so eine Strategie, die bei allen Beteiligten Sicherheit und Begeisterung erzeugt, auf den richtigen Weg zu sein. Damit sind die Voraussetzungen für eine nachhaltige Umsetzung geschaffen, weil „Kopf Herz und Hand (Pestalozzi)" dabei eine Einheit bilden.

Wohin geht die Entwicklung gehen?

Die Konsumenten in den westlichen Industrienationen werden immer bewusster und mehr und mehr ökologische und soziale Standards einfordern. Darüber hinaus rechne ich damit, dass der Gesetzgeber früher oder später standardisierte Ökobilanzen für die produzierten Produkte einer Firma fordern wird. Umweltschädigendes Produzieren und Verhalten wird dann besteuert werden. Spätestens dann werden diejenigen die Gewinner sein, die rechtzeitig auf das Thema Nachhaltigkeit gesetzt haben. Eine nachhaltige Strategie verfolgt mindestens zwei zentrale Ziele: Die Existenzsicherung auf lange Sicht sowie die Nutzenmaximierung der Kunden und der Umwelt. Denn wie Wolfgang Mewes, der Begründer der EKS-Strategie sagte: "Wer den Nutzen anderer mehr, gewinnt selbst am meisten".

Wie wichtig ist Ihnen persönlich nachhaltiges Handeln?

Zunächst einmal möchte ich „nachhaltiges Handeln" definieren. Denn der Begriff „Nachhaltigkeit" ist ja mittlerweile arg strapaziert. Man kann ja auch „nachhaltig" erfolglos sein. Ich verstehe darunter ein Denken und Handeln, das die ökologische, soziale und finanzielle Zukunft unserer Lebensgrundlagen nicht gefährdet. Das mir dieses Prinzip sehr wichtig ist, können Sie meinem Lebenslauf entnehmen. Tschernobyl und die Folgen haben meinen Berufsweg und mein Leben fundamental verändert.

Als Herausgeber und Verleger einer regionalen Umweltzeitschrift habe ich versucht, ökologisches Denken und Handeln in Form praktischer Beispiele bewusst zu machen. In meiner früheren Tätigkeit als Umwelt- und Qualitätsmanagementberater konnte ich eine Reihe namhafter Firmen dafür gewinnen, ökologische Grundsätze in ihre Unternehmensstrategie zu integrieren. Persönlich versuche ich mit meiner Familie gesunde, ökologische und möglichst regional erzeugte Lebensmittel zu konsumieren und unnötigen Ressourcenverbrauch zu vermeiden, wo es geht. Ohne den Anspruch einer gelebten „Nachhaltigkeit" gibt es für die Wirtschaft in ihrer heutigen Form keine Zukunft mehr.

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